Wedgwoodkeramik gestern und heute

Dieser Workshop beabsichtigt Wedgwoodkeramik in Annäherung zu gießen. Dazu werden Stücke in freiem Aufbau mit Applikationen hergestellt. Die Teilnehmer können sich so dem Glanz der Wedgwoodkeramik historisch nähern und zugleich durch gekonnte Verzerrungen neue Effekte erzielen. Dazu gibt es einen audio-visuellen Vortrag über die Firma Wedgwood.

Seminarbericht

"Wedgwood - zunächst ein völlig unbekannter Begriff. Dann einige Informationen eingeholt und Erinnerungen, doch schon mal so etwas gesehen zu haben. Schließlich der Reiz, die zugegebenermaßen doch etwas kitschigen Gießkeramikteile mit der einfacheren Aufbaukeramik zu kombinieren. Uns standen ein paar verschiedene Grundgießformen zur Verfügung, in der Form ähnlich der Keramik nach Wedgwood-Art. Jeder Teilnehmer konnte während des Workshops Formen selbst ausgießen und die Gießteile weiter zu bearbeiten. So bekam ich ein Gefühl für die Gießmasse und die daraus entstandenen Teile. Diese Erfahrungen bildeten eine gute Grundlage, um locker und unvoreingenommen mit Ton, Gießteilen und deren Vermischung bzw. Verbindung herumzuexperimentieren. Zum Beispiel gab es verschiedene Farbgestaltungsmöglichkeiten: roter, schwarzer und weißer Ton, weiße Gießmasse und das traditionelle Wedgwood-Hellblau der Gießkeramik. Die Workshop-Leiterin Irene Schuhmacher-Reidel informierte uns über die historischen Hintergründe der Wedgwood- Keramik, Kopf und Hände hatten also zu tun. Dass unsere "Objekte" auch unseren Vorstellungen entsprachen, sahen wir erst nachdem Brennen. Jeder hatte zum Schluss jedoch mindestens ein Lieblingsstück! Fazit: Diese zwei Tage waren ein rundum gelungenes "Wedgwood-Aufbaukeramik-Experiment", welches ich allen Interessierten uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Anna Grieger (Workshopteilnehmerin, 6./7.11.1999, Haus Steinstraße, Leipzig)